AUSZÜGE AUS PRESSESTIMMEN ZU DEN KONZERTEN DER 29. LÜNEBURGER BACHWOCHE


ERÖFFNUNGSKONZERT DES LÜNEBURGER BACHORCHESTERS IN KLOSTER LÜNE
Die Konzertmeisterin des Lüneburger Bachorchesters LEONIE HARTMANN " garantiert den Schwung ,
die Abstimmung mit den Solisten und interpretatorische Nuancen ." "Der Beifall in der vollbesetzten Klosterkirche war groß."
RALF GROBE " singt mit ausdrucksstarkem , schlanken Bass " ( Bachkantate " Ich habe genug" ).
MIHAELA GOLDFELD " mit herausleuchtendem Flötenklang ( Bach : h - Moll Suite )
IONA CRISTINA GOICEA " leidenschaftliches . dabei empfindsames Violinspiel" ( Vivaldi : der Sommer und Mendelssohn Violinkonzert d - Moll)

LUDGER LOHMANN , ORGELABEND IN ST. JOHANNIS MIT WERKEN VON BACH
MUSIK ZEITLOSER DIMENSION
" eine konsequente,das Stimmengeflecht und die harmonische Vitalität geradezu ideal durchleuchtende Artikulation und Phrasierung ." -
"Mitreissende Klangtransparenz"

BACHS CELLO - SOLOSUITEN IM HULDIGUNGSSAAL
AUF EIGENEM WEG
ANASTASIA KOBEKINA "lupenrein intoniert sie" _ "Sicher , kraftvoll und sehr flexibel ist ihr Strich" - "voll sanfter,tiefer Empfindung".

DAS BACHORCHESTER UND EINE LANGE SOLISTENREIHE IM FÜRSTENSAAL
"Der Fürstensaal ist vollbesetzt . Das Bachorchester sortiert Klangfarben und mischt sie gekonnt zusammen.
LEONIE DESSAUER "klare Artikulation; melodischer Fluss " - "Klangschönheit ihrer Oboe ". ( Bach : Oboenkonzert F - Dur )
KATRIN CHRISTIANS "virtuoses , melodieseliges Flötenspiel" - "lange Koleraturen mit Leichtigkeit". ( Flötenkonzert von Mercadante)
IVAN YEFIMOV UND GREGOR LENTJES " Tempi sind angemessen , kein Ton verschluckt " - "Das Markante und das Weiche ,
das Trippeln und das Gleiten des Klangs gut umgesetzt." (Konzert für 2 Hörner von Joseph Fiala )
BACHS 2. BRANDENBURGISCHES KONZERT " Orchester und Solisten harmonieren gut ". MATTHIAS ELSAESSER " über allem
schwebt die Bachtrompete" - " silberheller Klang , leidenschaflich eingesetzt ".

TOBIAS FELDMANN , VIOLIN - SOLOABEND MIT WERKEN VON BACH UND BARTOK
EIN ÜBERRAGENDES TALENT
"überragende frühe Meistershaft " - "satter , elastischer , äusserst kreativer Strich ". -
"ausgereifte brillante Technik , lupenreine Intonation" -
" Klare Phrasierung und ein diszipliniertes , hochsensibles Klanggefühl "-
"Das Publikum in der gut besuchten Kirche forderte eine Zugabe ."
Finale mit der H-Moll-Messe in St Johannis - Bachwoche bleibt beliebt


Zu Gast in Lüneburg: die Uelzener St.-Marien-Kantorei.


Am Ende der 27. Bachwoche kann ihr künstlerischer Leiter Claus Hartmann vollauf zufrieden sein. Die Qualität der Konzerte stimmte: Hartmann gelang es erneut, herausragende Solisten in die Stadt zu holen, dafür stand am Wochenende Wolfgang Dimetrik, Akkordeonist aus Österreich. Hartmann koppelte außerdem wie in all den Jahren zuvor Gastspiele mit Abenden, die Musiker aus der Region gestalten, was zum Finale mit der H-Moll-Messe auf gelungene Weise der Fall war. Und der Zuspruch des Publikums zeigt, dass es in Lüneburg durchaus ein Bedürfnis gibt, eine Bachwoche lieber jährlich als im derzeitigen zweijährigen Turnus anzubieten.

Das Finale in St. Johannis gestaltete ein Chor aus Uelzen. Das hat doppelten Hintergrund. Seit langem ist zum einen Claus Hartmanns Bachorchester mit der Uelzener Kantorei von St. Marien verbunden. Es gibt einen zweiten Grund dafür, dass nicht eine der für große Bach-Werke prädestinierten Lüneburger Kantoreien auftrat. Deren Leiter Joachim Vogelsänger (St. Johannis) bzw. Henning Voss (St. Michaelis) vertreten anders als Hartmann die Originalklangbewegung und verpflichten reine Barockorchester. So dirigierte nun Erik Matz in der recht gut besuchten Johanniskirche die für Chöre so reiche H-Moll-Messe.

Matz, bekannt als Leiter des preisgekrönten Hugo-Distler-Ensembles, führte seine große, um einige Lüneburger Stimmen bereicherte Uelzener Kantorei sehr aufmerksam. Er vertraute dem inneren Reichtum der Komposition, in der sich Bachs ganzes Spektrum zeigt, ebenso wie der Leistungsstärke seines Chors. Ob im breit angelegten Beginn, ob bei Rückgriffen auf Gregorianischen Choral, ob bei akribischem Fugenbau: Jederzeit wurde die Aufführung dem Ausdruckswechsel der Sätze gerecht. Die stärksten Akzente setzten im Chor die leuchtenden Soprane, aber Matz achtete genau auf das Klanggleichgewicht, auch mit dem Orchester. Sehr schön, wie sich da die ohnehin blitzblanken Trompeten in den Klang einwoben, auffällig aber die extrem knallende Pauke in den ohnehin forcierten Satzschlüssen.

Krönendes bot die starke Solistenriege, die am Ende nach einem passenden Moment der Stille so wie Chor, Orchester und Dirigent langen Applaus erhielt. Elisabeth Grafs Alt ist in jeder Lage gleichermaßen stark präsent, sie führt ihre warm timbrierte Stimme völlig sicher, sorgte mit dem "Agnus Dei" für ein gefühlvolles Zentrum - und sie nahm sich im Duett zurück. Leidenschaftlich der berührende Vortrag von Sarah Wegeners Sopran, beglückend ihr Zwiegespräch mit der Violine (Leonie Hartmann). Gleiches gilt für den brillanten Tenor Michael Connaire, auch Matthias Weicherts Bariton fügte sich angenehm ein. Bei den Solisten sind noch Flötist Manfred Seer hervorzuheben, Oliver Göske als Grund legender Cellist und am anderen Ende der Klangskala Michael Ohnimus mit Trompete und Corno da caccia.

Seer und Göske zählen wie manch andere(r) zu den langjährigen Stützen des Orchesters, mit dem Claus Hartmann im kommenden Jahr sein 40-jähriges Jubiläum als Leiter feiern kann. Leonie Hartmann, Tochter des künstlerischen Leiters, sitzt heute am ersten Pult. Sie steht damit für den Generationswechsel, der die von Hartmann vor 32 Jahren ins Leben gerufene Bachwoche erreicht hat. Für deren - langfristige - Sicherung ist Claus Hartmann ein so gutes Händchen wie bei seinen Solisten zu wünschen.

(Landeszeitung für Lüneburger Heide)